Freier Journalist für Technik, Energie und IT. Ghostwriter und Redenschreiber. Seit über drei Jahrzehnten denke und schreibe ich für andere.
Wenn die Rede gehalten wird, steht ein anderer am Pult. Das Licht gehört ihm, der Applaus auch, und am Morgen danach steht sein Name in der Zeitung. Meiner steht nirgends. Das ist kein Versehen, das ist der Beruf.
Seit über dreißig Jahren schreibe ich Worte, die andere sprechen, und Texte, unter denen andere Namen stehen. Das verlangt eine eigene Haltung. Man muss zurücktreten können, ohne sich kleinzumachen, und sich in einen fremden Kopf hineindenken, ohne den eigenen abzuschalten. Wer das lange genug tut, lernt etwas, das sich nicht in einem Seminar erwerben lässt: zu urteilen, bevor er schreibt.
Denn das ist die eigentliche Arbeit. Nicht das Formulieren, das kommt zuletzt. Zuerst kommt die Frage, was an einer Sache wirklich trägt und was nur Lärm ist, was ein Publikum hören muss und was es schon weiß. Ein guter Text ist ein geordnetes Urteil, dem man die Ordnung nicht mehr ansieht.
Ich habe Germanistik studiert, Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft, und mit dem Betriebswirt abgeschlossen. Das klingt nach einem Umweg, war aber die beste Ausbildung, die ich mir für diesen Beruf hätte wünschen können. Wer für einen Vorstand schreibt, muss in einem einzigen Satz die Sprache des Germanisten, die Genauigkeit des Juristen und das Kalkül des Kaufmanns zusammenbringen. Drei Brillen, durch die dieselbe Sache plötzlich verschieden aussieht.
Geboren 1964, seit Mai 1992 im Beruf, erst als PR-Berater und Redakteur in Agenturen, einer politischen Stiftung und einer börsennotierten Aktiengesellschaft. Im Februar 2002 habe ich SIGMA Communication gegründet und arbeite seither selbständig. Mein Sitz ist Frankfurt am Main, gearbeitet wird bundesweit.
Über zwei Jahrzehnte habe ich Reden geschrieben für Erste Bürgermeister und Landesministerinnen, für Senatorinnen eines Stadtstaats und für die Wirtschaft: den Werksleiter und den Deutschland-Vertriebschef eines Premium-Automobilherstellers, den Passage-Vorstand einer großen Fluggesellschaft, die Vorstände eines Automobilkonzerns, den Finanzvorstand eines bekannten Markenherstellers, den Vorstandsvorsitzenden eines Leasingkonzerns. Namen nenne ich nicht. Diskretion ist beim Redenschreiben kein Zusatz, sondern die Bedingung, unter der das Handwerk überhaupt möglich ist.
Die Rede ist ein Führungsinstrument, das, richtig eingesetzt und kunstvoll angewandt, Großes bewegen kann.
Mein Ansatz ist immer derselbe, ob es um den Bericht des Vorstands an die Hauptversammlung geht oder um die Ansprache zum achtzigsten Geburtstag eines Vaters: Ich suche das Kernnarrativ, die eine Geschichte, die meinem Auftraggeber hilft, seine Botschaft zu tragen. Den roten Faden, klare Höhepunkte für den Applaus, und Worte, die im Ohr bleiben, wenn der Saal längst leer ist.
Die Rede zum Achtzigsten meines Vaters ist hervorragend angekommen, ich wurde von allen Gästen mit Lob bedacht. Das ist auch ein wenig Ihr Verdienst, und dafür danke ich Ihnen herzlich.Gerd G., Abonnent von redenwelt.de
Im Verband der Redenschreiber deutscher Sprache war ich von 2019 bis 2021 im Präsidium und anschließend Pressesprecher. In dieser Zeit habe ich für den Verband die Redenanalysen koordiniert: die Reden der Vorstände auf den Hauptversammlungen der DAX-30- und DAX-40-Konzerne von 2016 bis 2022, dazu die Wahlkampfreden der Europa- und Bundestagswahlkämpfe von 2013 bis 2021. Für das Loseblatthandbuch „Die besten Reden von A bis Z" arbeite ich als Gutachter.
Das ist die andere Seite des Handwerks. Wer jahrelang beurteilt, was eine Rede trägt und woran eine andere zerfällt, schreibt anders. Genauer. Misstrauischer gegen den schönen Satz, der nichts sagt.
Als im November 2022 die ersten brauchbaren Sprachmodelle öffentlich wurden und ein Großteil der Republik überrascht aufschaute, war ich es nicht. Ich hatte über künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und die digitale Transformation schon Jahre zuvor geschrieben, für die elektrotechnische Normung, für internationale Technologieunternehmen, für Beratungen. Ich musste das Neue nicht entdecken, ich erkannte es wieder.
Aus diesem Wiedererkennen ist Arbeit geworden. Ich habe gelernt, mit diesen Maschinen nicht nur zu schreiben, sondern zu bauen: redenschreiben.ai und transkriber.de sind eigene, selbst programmierte Anwendungen, und auch diese Website läuft auf selbst geschriebenem Code. Was ich heute als KI-Redaktion aufbaue, ist die Summe von dreißig Jahren am Text und ein paar Jahren am Quelltext. Ein Pionier mit Narben, kein Mitläufer.
Mitglied bin ich im Verband der Redenschreiber deutscher Sprache und im Deutschen Journalisten-Verband, Landesverband Hessen. Das eine bürgt für das gesprochene, das andere für das geschriebene Wort.
Beides. Als Fachjournalist erscheinen Beiträge unter meinem Namen, als Ghostwriter und Redenschreiber unter dem meiner Auftraggeber. Welcher Name am Ende über dem Text steht, ist eine Frage des Auftrags, nicht der Sorgfalt. Die ist in beiden Fällen dieselbe.
Funktionen ja, Namen nein. Ich habe für Erste Bürgermeister, Landesministerinnen und für die Vorstände großer Konzerne geschrieben. Wer sie sind, bleibt unter uns. Diskretion ist beim Redenschreiben kein Zusatz, sondern die Bedingung, unter der das Handwerk überhaupt möglich ist.
Mein Sitz ist Frankfurt am Main, gearbeitet wird bundesweit und überwiegend aus der Ferne. Die meisten meiner Mandate der vergangenen Jahre liefen, ohne dass ich je im Haus des Auftraggebers saß.
Ob Rede, Fachtext oder der Aufbau einer KI-Redaktion: Der erste Schritt ist ein Gespräch, in dem ich zuhöre, bevor ich urteile.
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